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FDP lehnt Vorschlag der CBL zum Coswiger Fährhaus ab!

Seit der Bronzezeit verbindet eine Furt und seit dem Mittelalter eine Fähre
die beiden Elbseiten zwischen Klipphausen und Coswig. War diese Fähre bis Anfang
der 90er Jahre als Verkehrsmittel für Arbeiter und Schüler wichtig, stellte sich
die Finanzierung bei sinkenden Fahrgastzahlen zunehmend als Problem dar. In
zwischen haben Längsfahrten und der Tourismus an Bedeutung gewonnen. Aber ein
weiteres Problem kam mit der Flut vom Sommer 2002 hinzu. Bei diesem Hochwasser
wurde das alte Fährhaus so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die
Bausubstanz stark gefährdet ist.



Sehr lange hat sich Coswig hier mit einem tragfähigen Vorschlag aus
verschiedensten Gründen Zeit gelassen und jetzt streiten sich die Stadträte
schon seit Monaten um eine endgültige Lösung. Und jetzt da ein Kompromiss für
eine Entscheidung greifbar schien, meldet sich die CBL mit dem Vorschlag eines "
offenen Pavillons" zu Wort und verzögert einen zeitnahen Baubeginn weiter.



Warum hat die CBL Ihren Vorschlag nicht früher in die Diskussion eingebracht,
als FDP und SPD ihre Vorschläge eingereicht hatten? Warum hat man sich erst für
und jetzt doch gegen den Kommpromis ausgesprochen? Dieses wird wohl ewig ein
Rätsel bleiben und kann von den übrigen Stadträten nur als Opposition um der
Opposition wegen empfunden werden. Klar scheint zu sein, dass die CBL keinen
Willen zeigt die Fähre dauerhaft zu erhalten. Will man damit etwas beenden was
seit der Bronzezeit bestand hatte? Während sich die "kleinen" Parteien in Coswig
um ein tragfähiges Konzept mit Tourismus für die Zukunft bemühen, scheinen
andere an der Zukunft unserer Stadt kein Interesse zu haben.



Wir als FDP lehnen diesen Vorschlag von Hr. Buck (CBL) für einen Verkaufsstand
in Form eines "offenen Pavillons" mit wechselnden Betreibern und Angeboten
grundweg ab! Dieser verspätete Vorschlag gehört in die Mottenkiste der frühen
90er Jahre, als solche Imbissstände praktisch auf jedem Hinterhof und wildem
Parkplatz zu finden waren. Mit ansehnlicher Architektur hat das nichts zu tun!



Laut einem von FDP/DSU und SPD eingereichten Vorschlag wollen wir die Fähre
schrittweise in eine touristische Gesamtkonzeption entlang der Coswiger und
Klipphausener Elbauen integrieren, dazu passt dieser wenig durchdachte Vorschlag
wohl kaum. Gerade an dieser Stelle ist ein Gebäude gefragt was sowohl
ökonomischen als auch optisch zu einem wachsenden Tourismus an und auf der Elbe
passt. Auch dürften hier dann Umweltschützer und Ökologen Ihre mahnende Stimme
erheben und eine fastfood-gleiche Lösung ablehnen. Denn schnell würde eine
solche offene Variante von einer Klientel genutzt, die wir gerade dort nicht
haben wollen, die Touristen und Radler abschreckt und ein erhebliches
Sicherheitsrisiko darstellt. Die Futtergrippen entlang des Radweges waren
hierfür ein abschreckendes Beispiel! Auch an einem solchen offenen Pavillon
würde nach kurzer Zeit ein unansehnlicher Müllplatz entstehen und tägliche
Polizeistreifen wären schon bald notwendig.



Unter diesen Bedingungen ist es dann fraglich ob sich auch dauerhaft
ein Betreiber für die Fähre finden lässt. Auch glauben wir nicht, dass der
CBL-Vorschlag am Pavillon einen Imbisswagen aufzustellen unter den Bedingungen
Sinn macht. Was wir am Rand des Landschaftsschutzgebietes und im Rahmen einer
Tourismuskonzeption nicht brauchen ist "Helgas Pommesbude" mit Pavillon-Vorbau.



Der jetzt vorgelegte Vorschlag könnte eventuell auch die noch auf Eis liegenden
Fördermittel in Frage stellen. Wenn das die Folge wäre, könnte auch der
Fortbestand der Fähre als solches wohl kaum sichergestellt werden. Auch wäre der
Verlust von Arbeitsplätzen wohl die Folge.



Die FDP lehnt diesen Vorschlag von Herrn Buck (CBL) deshalb grundweg ab! Wir
wollen mit dem Fährhaus einen touristisches Mittelpunkt (in einer
Gesamtkonzeption mit Klipphausen) welcher zum Verweilen einlädt und eine würdige
Visitenkarte unserer Stadt Coswig an der Elbe ist aber keinen primitiven
Zweckbau der früher oder später als Investruine endet. Die CBL sollte lieber dem
Vorschlag der FDP folgen und Ihre Energie darauf konzentrieren mit allen
Fraktionen gemeinsam den Tourismus weiterzuentwickeln, und damit auch den
Fortbestand der Fähre innerhalb des ÖPNV langfristig zu sichern, als hier den
Baubeginn durch unsinnige Vorschläge noch lange zu behindern.



Der Streit um Fähre und Fährhaus muss ein Ende haben und die geplanten
Investitionen der Stadt müssen schnell in die Tat umgesetzt werden. Wir hoffen,
dass dabei auch die CBL wieder zu sachlichen Positionen zurückfindet.




Alf Schwaten

FDP Ortsgruppe Coswig

1.06.2005